Anlage von Bejagungsschneisen ohne Prämienverlust möglich - Kreisjägerschaft Hagen e.V.

Direkt zum Seiteninhalt

Anlage von Bejagungsschneisen ohne Prämienverlust möglich

Aktuelles

In aktuellen Informationen weisen das NRW-Umweltministerium und die Landwirtschaftskammer NRW auf die Möglichkeiten hin, ohne Prämienverlust Bejagungsschneisen anzulegen. Der Landesjagdverband ruft die nordrhein-westfälischen Revierinhaber auf, ihrerseits die Landwirte in den Revieren darauf anzusprechen und gemeinsam mit diesen entsprechende Revierverbesserungen vorzunehmen.
Dazu hat das NRW-Umweltministerium folgendes Merkblatt veröffentlicht:
Merkblatt zur Anlage von Bejagungsschneisen
Um der Ausbreitung von Tierseuchen, insbesondere derzeit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) entgegen zu wirken, stellt die Reduzierung von Schwarzwildbeständen eine geeignete Maßnahme dar. Hierbei sind Bejagungsschneisen eine wertvolle Hilfe, zumal deren Anlage ohne Prämienverluste möglich ist und die Vorteile der Bejagungsschneisen insbesondere den Landwirten selbst zugutekommen.

Die Planung und Anlage von Schneisen erfordert eine frühzeitige Abstimmung zwischen Landwirten und Jägern.

Zur Anlage von Bejagungsschneisen sind Feldfrüchte mit hoher Deckung wie Raps, Mais oder Getreide geeignet. Sie können als begrünter Streifen (hier eignet sich besonders Kleegras) schon bei der Aussaat, z. B. von Mais, oder auch durch Aushäckseln oder Niederlegen eines Streifens in einen Maisschlag angelegt werden. Eine Studie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zeigte, dass durch aktive Einsaat angelegte Schneisen effektiver als nachträglich eingehäckselte Schneisen sind.
Jagdpraxis (Größe und Lage)
· Nicht zwischen Waldrand und hoher Felddeckung wie Raps- oder Maisfeld anlegen.
· Die äußerste Schneise in der Feldfrucht sollte etwa 30 Meter vom Feldrand entfernt sein.
· Bekannte Hauptwechsel verlaufen über die Schneise.
· Hauptwindrichtung berücksichtigen (Ansitzmöglichkeit!).
· Natürliche Wasserstellen einbeziehen.
· Nach Möglichkeit werden die Schneisen quer zur Saatrichtung angelegt.
· Breite: 6 bis15 Meter, Länge: 40 bis 120 Meter,
· Schneisen sollten rundum soweit wie möglich geschlossen sein (Sicherheit vermitteln!).
· An jeder Stirnseite eine mobile Leiter
· Zugang/Zufahrt zum Transport, Mobile Ansitzeinrichtungen zur Wildbergung berücksichtigen.
Förderrechtliche Praxis:
Für die Direktzahlungen und einige Agrarumweltmaßnahmen gelten Bejagungsschneisen, die bei der Aussaat angelegt werden als beihilfefähig, wenn sie
· auf bewirtschafteten Ackerflächen
· innerhalb oder am Rande des Schlages angelegt werden,
· einen untergeordneten Anteil des Schlages umfassen (Richtwert: maximaler Flächenanteil 20 %),
· gezielt begrünt oder einer Selbstbegrünung überlassen werden.

Eine Anlage von Bejagungsschneisen auf ökologische Vorrangflächen ist nicht möglich, ebenso können Bejagungsschneisen nicht als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden.
Sie müssen im Flächenverzeichnis nicht als gesonderte Teilschläge ausgewiesen, aber den Kreisstellen der Landwirtschaftskammer gemeldet werden; dieses kann auch nach der Antragstellung erfolgen. Das notwendige Formular
und weitere Informationen hinsichtlich der förderrechtlichen Aspekte finden Sie unter: http://www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/index.htm

Auch wenn eine Bejagungsschneise durch Aushäckseln oder Niederlegen eines Streifens in einen Maisschlag angelegt wurde, bleibt die Fläche insgesamt beihilfefähig. In diesem Fall muss die Anlage der Schneise der Landwirtschaftskammer nicht gemeldet werden.

Auch ökologische Vorrangflächen (ÖVF) in Form von Pufferstreifen und Brachflächen sowie die Blüh- und Schonstreifen, die im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen gesondert gefördert werden, können aufgrund ihrer Lage und ihres Bewuchses den Zweck einer Bejagungsfläche erfüllen. Werden ökologische Vorrangflächen (ÖVF) in Form von Feldrandstreifen und Brachflächen oder Blüh- und Schonstreifen, die im Rahmen von Agrarumweltmaßnahmen gefördert werden, als Bejagungsschneisen genutzt, bleiben sie ebenfalls beihilfefähig. Unabhängig davon sind die förderrechtlichen Voraussetzungen für die Agrarumweltmaßnahmen bzw. der ökologischen Vorrangflächen im Rahmen
des Greening zu beachten.

26. März 2018

Quellen:
LJV NRW e.V.
Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung (LANUV-NRW)
Direktor der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen als Landesbeauftragter (EU-Zahlstelle)


© Kreisjägerschaft Hagen e.V. 2018


Zurück zum Seiteninhalt